27.09.2011: Auf der „Rollenden Landstraße“ von Landsberg aus über die Alpen?
Eine „rollende Landstraße“ (RoLa) zwischen Landsberg/Lech und Trento in Norditalien könnte Ergebnis des von der EU geförderten Projekts Transalpine Transport Architects (Transitects; früher: Alp F Rail) werden. Entsprechende Voruntersuchungen präsentierte das Logistik-Kompetenzzentrum (LKZ) Prien in einem Workshop in Landsberg. Insgesamt waren acht mögliche Standorte zwischen Augsburg und Landsberg näher betrachtet worden. Auf dem Firmengelände des Holz-Unternehmens IlimTimber im Frauenwald in Landsberg wurde ein geeigneter möglicher Umschlagort mit Gleisanschluss gefunden.
Deutlich wurde in der Veranstaltung aber auch, dass noch eine Reihe von Fragen zu klären sind, bevor – frühestens von Dezember 2012 an – bis zu 10 000 Lkw pro Jahr auf je zwei Zügen pro Tag die Reise über die Alpen antreten können. Das betrifft Technik, Organisation, die Zufahrt auf der Straße, aber auch den Preis: Die von der österreichischen RoLa-Betreibergesellschaft Ökombi GmbH genannten 650 Euro erschienen den anwesenden Unternehmern noch als deutlich zu hoch. Andere hielten unbegleiteten Verkehr mit Wechselbrücken oder Containern prinzipiell für sinnvoller als Lkw samt Fahrer auf einen Zug zu setzen.
Das große europäische Projekt Transalpine Transport Architects (TRANSITECTS) hat es sich zur Aufgabe gemacht auch für Transportunternehmer aus Schwaben und Baden-Württemberg eine langlaufende RoLa von Landsberg nach Trento zu entwickeln. Nach umfangreichen Analysen wurde ein geeigneter Standort in Landberg am Lech im Firmengelände des Unternehmens IlimTimber gefunden. Auch in Trento wurde eine passende Infrastruktur gefunden. Trotz dieser Erfolge bestand noch ein Abstimmungsbedarf mit allen Beteiligten, hieß es auch in einer Pressemitteilung des LKZ Prien hierzu.
In dem Workshop im Landratsamt Landsberg , der mit knapp 40 Teilnehmern aus Transport und Logistik, von Verladern, aus Ministerien, Vertretern von IHKs, Gewebeverbänden und der Politik besetzt war, wurden insbesondere die Themen Wagonknappheit, mangelnde Elektrifizierung ab Buchloe, CO2-Einsparungen, Preise und Abfahrtszeiten besprochen.
Das Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) Prien koordiniert das europäische Verkehrsprojekt Transitects und will die aus dem Workshop gewonnen Erkenntnisse in die weitere Projektarbeit einfließen lassen.
Das System ist nicht neu: Die erste RoLa hatte die Schweiz bereits 1968 durchquert. Die Rollende Landstraße ist ein Transportsystem für den begleiteten kombinierten Verkehr auf der Schiene bzw. ein spezieller Zug, bei dem komplette Lastwagen bzw. Sattelzüge per Bahn befördert werden. Der Lkw fährt über eine Rampe auf einen Tragwagen. Somit können ca. 21 Lastkraftwagen in einem Zug transportiert werden. Die Fahrer können in der Zwischenzeit ihre Ruhezeiten in einem speziellen Liegewagen absolvieren. In Österreich wurden im Jahre 2009 insgesamt 350.000 Lkw-Fahrten mit diesem System von der Straße auf die Schiene verlagert, zum Teil auch mit politischem Druck.
Weitere Informationen:
zu Transitects: www.transitects.org
Bericht im Landsberger Tagblatt
Quellen: IHK Schwaben, LKZ Prien

