17.02.2011: Buongiorno! „Alex“-Züge werden italienisch – DB darf Arriva an Italiens Staatsbahn FS verkaufen

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch (16.02.2011) die Übernahme des Unternehmens Arriva Deutschland durch die italienische Staatsbahn Ferrovie dello Stato (FS) und den Investmentfonds Cube genehmigt. Damit fahren die „Alex“-Züge im Allgäu künftig unter italienischer Regie.

 

Zu Arriva Deutschland zählt die Regentalbahn/Vogtlandbahn, die unter anderem die „Alex“-Züge zwischen München, Oberstdorf und Lindau im Auftrag des Freistaats Bayern betreibt. „Alex“ ersetzte im Dezember 2003 Auftrag des Freistaats Bayern – zunächst als EuroThurbo GmbH, seit Anfang 2005 eine Tochter der Schweizer Bundesbahnen (SBB) – die frühere DB-Interregio-Linie 25 (Hof-München-Oberstdorf). Die Regentalbahn AG gewann 2005 die Neuausschreibung für den „Alex“ (nun mit Zügen auch nach Lindau sowie nach Prag). „Alex“, zunächst als Kurzform für „Allgäu-Express“ eingeführt, wird seitdem als Abkürzung für „Arriva Länderbahn-Express“ genutzt. 

 

Arriva Deutschland umfasst die Arriva Deutschland GmbH und die Arriva Grundstücksgesellschaft und ist in Deutschland im Schienenpersonenverkehr und Busverkehr, im Güterverkehr auf Schiene und Straße sowie im Wartungs- und Instandsetzungsservice tätig und erbringt Güterumladedienstleistungen. Arriva Deutschland erzielte 2009 nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 460 Millionen Euro.

 

Mit der Transaktion würden die Verpflichtungen umgesetzt, die die Deutsche Bahn im Zusammenhang mit dem Erwerb der Arriva-Gruppe eingegangen war, teilte die EU-Kommission mit. Nach Prüfung des Vorhabens gemäß der EU-Fusionskontrollverordnung sei die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die Übernahme den Wettbewerb weder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) noch in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindern wird.

 

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG (DB), die das britische Transportunternehmen Arriva im vorigen Jahr übernommen hatte, hatte den von der EU-Kommission geforderten Verkauf der deutschen Teile von Arriva an die Italiener im Dezember gebiligt. Dies sollte dazu dienen, dass der Wettbewerb nicht beeinträchtigt werde. In Deutschland fährt Arriva auf zahlreichen Strecken in Konkurrenz zur DB AG.

 

Ferrovie dello Stato SpA (FS) ist das staatliche italienische Eisenbahnunternehmen, das über Trenitalia und andere Tochtergesellschaften im Schienenpersonenverkehr und Busverkehr sowie im Schienengüterverkehr tätig ist und die Eisenbahninfrastruktur bereitstellt. Cube Transport SCA (Cube) ist eine Tochtergesellschaft von Cube Infrastructure Fund. Dieser Investmentfond ist spezialisiert auf Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen und wird letztlich von der französischen Bankengruppe BPCE kontrolliert.

 

Im Rahmen der geplanten Übernahme erwerben FS und Cube die Arriva Deutschland von der Deutschen Bahn, dem etablierten Schienen- und Busverkehrsbetreiber in Deutschland. Der Erwerb der Arriva-Gruppe durch die Deutsche Bahn war von der Kommission am 11. August 2010 unter dem Vorbehalt der Veräußerung des gesamten deutschen Bahn- und Busgeschäfts der Arriva-Gruppe genehmigt worden. Die Kommission akzeptierte FS und Cube am 16.02.2011 als Käufer von Arriva Deutschland und genehmigte den Erwerb.

 

Seit dem Beschluss der Kommission vom 11. August 2010 wurde Arriva Deutschland getrennt vom Rest der Arriva-Gruppe gehalten, um der Deutschen Bahn den Einblick in deren Geschäft zu verwehren. Die Einhaltung dieser Hold-separate-Verpflichtungen wurde von einem Treuhänder überwacht. Nach der zügigen Veräußerung an die neuen Eigentümer dürfte die Arriva Deutschland ihre Rolle als wichtiger Wettbewerber auf dem deutschen Schienen- und Busverkehrsmarkt weiter ausbauen, erwartet die EU-Kommission laut Mitteilung.

 

Quelle: IHK Schwaben; Pressemitteilung der EU-Kommision, IP/11/193 vom 16.02.2011

Foto: Deutsche Bahn

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