14.03.2011: IHK-Unternehmerdialog mit Bahn-Chef Dr. Rüdiger Grube
Bahn setzt auf Wirtschaft – und umgekehrt
Im IHK-Unternehmerdialog am 25.02.2011 warb der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, dafür, in dem Konzern ein Instrument zur Lösung künftiger Verkehrsprobleme zu sehen und das System Schiene zu stärken. Den beiden IHKs Schwaben und Ulm dankte er für die nachdrückliche Unterstützung des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm.
Schon nach vier Wochen an der Spitze der Bahn hat der einstige Daimler- und EADS-Manager Grube festgestellt: „Eisenbahn ist deutlich komplexer als Flugverkehr.“ Bestätigt fand er es in diesem Winter. Und so stand vor den Aussagen zur Konzernstrategie erst einmal die Analyse der alltäglichen Widrigkeiten – von Schäden an den Zügen durch Schotter-Eis-Klumpen bei hohen Geschwindigkeiten bis hin zu Mängeln an Fahrzeugen wie dem „Fugger-Express“, die „von der Industrie ausgeliefert werden wie eine grüne Banane, die auf den Schienen reift.“ Die Bahn müsse „in ihrem Brot- und Butter-Geschäft noch viel besser werden“, räumte Grube ein; er erinnerte aber auch an die Verantwortung der Politik: „Sie trägt oft nicht dazu bei, dass das Unternehmen in der Öffentlichkeit ein besseres Bild hat.“ Im Kampf um das Image der Bahn setze er auf Unternehmer als Multiplikatoren.
Er sei „nicht der Verkehrsminister, sondern nur der Eisenbahn-Vorstand“, meinte Grube launig zu den Ausbauwünschen überall im Land. Da helfe auch ein Verzicht auf „Stuttgart 21“ nicht weiter, weil das Geld der dortigen Projektbeteiligten anderswo gar nicht zur Verfügung stehe. Und: „Wenn hierzulande Infrastruktur mit Baurecht nicht mehr gebaut werden kann, dann verspielt Deutschland einen seiner größten Standortvorteile.“ Schon deshalb könnten Unternehmer „nicht auf den Zuschauerbänken bleiben“, waren sich die IHK-Präsidenten Dr. Peter Kulitz (Ulm) und Dr. Andreas Kopton (Schwaben) einig.
Unter den regionalen Projekten stehe nach der Fertigstellung des Ausbaus Augsburg–München im Sommer die Elektrifizierung der Strecke München–Lindau „ganz oben auf der Liste“, versicherte Grube dem IHK-Vizepräsidenten Gerhard Pfeifer (Memmingen). Eine drei Jahre dauernde Baustelle in Ingolstadt werde die Bahn nutzen, um ein Konzept für die ICE-Anbindung von Augsburg nach Norden zu entwickeln, sagte er dem IHK-Regionalvorsitzenden Ernst Holme zu. In einem Netz, wo an etlichen Stellen die Kapazitäten ausgereizt sind, „müssen und werden wir uns in den nächsten Jahren intensiver dem Güterverkehr widmen“, antwortete Grube dem Geschäftsführer der Augsburger Localbahn, Udo Schambeck, Vorstandsmitglied im IHK-Verkehrsausschuss. Die Augsburger Speditionsunternehmer Roman Mayer und Michael Nuber erinnerten an das Terminal für den Kombinierten Verkehr im Güterverkehrszentrum: „Das Warten muss ein Ende haben.
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