28.11.2011: „Klares Signal“ für das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm – IHK-Regionalversammlung Neu-Ulm fordert zügigen Weiterbau
Das Ergebnis der Volksabstimmung über „Stuttgart 21“ ist nach den Worten des Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlung Neu-Ulm, Hans-Heiner Honold, ein „klares Signal“, das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm nun „entschieden und ohne weitere Verzögerungen umzusetzen“. Nirgendwo im Land sei die Zustimmung zur Fortsetzung des Projekts höher gewesen als im württembergischen Teil der Region-Donau Iller: „Das zeigt klar, dass die Menschen hier erkannt haben, wie wichtig die Schnellstrecke für die Zukunft gerade dieses Standorts ist“, sagte Honold am Montag (28.11.2011). „Ich freue mich über das Ergebnis, weil der bayerische Teil der Region nicht mit abstimmen konnte, aber in gleichem Maße von dieser Entscheidung betroffen ist.“
Neben dem Wirtschaftsraum Ulm/Neu-Ulm profitiert beispielsweise auch das Allgäu von der Fahrzeitverkürzung auf der Schnellstrecke um eine halbe Stunde und damit von schnelleren Verbindungen nach West- und Norddeutschland.
Landesweit hatten sich 58,8 Prozent der Bürger am Sonntag (27.11.2011) gegen das von der grün-roten Regierung vorgelegte Ausstiegsgesetz und damit für die Fortsetzung des Projekts ausgesprochen. Die höchsten Zustimmungswerte gab es im Alb-Donau-Kreis (77,0 Prozent), im Landkreis Biberach/Riß (75,5 Prozent) und im Stadtkreis Ulm (69,1 Prozent). In Stuttgart lag die Zustimmung bei 52,9 Prozent.
Die Botschaft der Gegner, es werde angeblich „nur“ über einen Bahnhof in Stuttgart abgestimmt und nicht über die Hochgeschwindigkeitsstrecke, habe nicht verfangen: Der Bahn-Vorstandsvorsitzende Dr. Rüdiger Grube habe vorige Woche selbst nochmals deutlich gemacht, dass eine Neubaustrecke, die bei Wendlingen auf dem Acker endet und dort in die alte Strecke eingefädelt werden müsste, keinen Zeitvorteil sowie keinen wirtschaftlichen und betrieblichen Nutzen gebracht hätte. Ein „Nein“ zu „Stuttgart 21“ hätte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch das Aus für die Hochgeschwindigkeitsstrecke bedeutet, auch wenn diese formal gar nicht zur Abstimmung stand. Und es sei klar geworden, dass es „letztlich um die Frage geht, ob der Fernverkehr zwischen Frankfurt und München über Stuttgart, Ulm und Augsburg geführt wird oder aber an dieser Region vorbei über Nürnberg und Ingolstadt.“ Honold: „Wer diese Fakten betrachtet, kann nur begrüßen, dass "Stuttgart 21" und die Schnellstrecke nun hoffentlich rasch gebaut werden.“
Forderungen, künftig Bürger viel früher an Großprojekten zu beteiligen, seien zwar im Grundsatz zu begrüßen, vor allem, wenn sich damit langwierige und kostspielige Verzögerungen wie im Fall „Stuttgart 21“ verhindern lassen. Im konkreten Beispiel seien aber die wichtigsten Beschlüsse schon in den 1990-er Jahren gefallen. „Man kann nicht jedes legitimierte Projekt zehn oder 15 Jahre später wieder zur Disposition stellen, wenn dann endlich der Bagger kommt, denn sonst können in diesem Land bald keine großen Infrastruktur-Projekte mehr gebaut werden“, sagte Honold.
Erinnerung an Ausbaupläne von Neu-Ulm bis Augsburg
An die Politik appellierte Honold, nach der Entscheidung für die Fortsetzung des Projekts Stuttgart–Ulm und der im Dezember bevorstehenden Eröffnung des viergleisigen Augsburg–München, sich wieder an ihre früheren Bekenntnisse zum Ausbau des Zwischenstücks von Neu-Ulm bis Augsburg zu erinnern. „Ziel muss eine durchgehende europäische Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris und London bis nach München und eines Tages weiter nach Wien und Budapest sein. Die transeuropäische Achse endet nicht im Bahnhof ,Neu-Ulm 21‘“, so Honold.
Ansprechpartner in der IHK Schwaben:
Peter Stöferle, Tel.: 0821/3162-206, peter.stoeferle@schwaben.ihk.de
Bild: Deutsche Bahn |

