27.09.2011: Lindau soll Fernbahnhof in Reutin bekommen und Inselbahnhof behalten

Im Tauziehen um den künftigen Lindauer Hauptbahnhof zeichnet sich nun eine Lösung ab, bei der ein künftiger Fernbahnhof im Stadtteil Reutin neu errichtet wird, der heutige Hauptbahnhof als Start- und Zielstation für die Regionalzüge (zum Beispiel aus München, Memmingen, Kempten, Friedrichshafen und Ulm) aber auf der Insel verbleibt. Die Regionalzüge von Lindau nach Bregenz könnten dann mit einem Halt in Lindau-Reutin die Verknüpfung zu den Eurocity-Zügen der Linie München-Zürich herstellen.

Dies ist das Ergebnis eines Spitzengesprächs am Montagabend, wie das Bayerische Wirtschafts- und Verkehrsministerium am Dienstag (27.09.2011) mitteilte. Die Deutsche Bahn AG hatte bislang einen Bahnhof auf dem Festland in Reutin bevorzugt; die Stadt Lindau wollte den Hauptbahnof auf der Insel behalten. Weil die Bahn im Frühjahr das Genehmigungsverfahren für einen neuen Hauptbahnhof in Reutin stoppte, war die Gefahr gegeben, dass die Fernverkehrszüge künftig ohne Halt an Lindau vorbeifahren und nur in Bregenz und Memmingen anhalten würden.

Die nun gefundene „Kombi-Lösung“ war überraschend erst vor wenigen Wochen erstmals thematisiert worden. Sie dürfte Lindau den Eurocity-Halt sichern, den Bahnhof in unmittelbarer Altstadt-Nähe erhalten und auf der Insel Flächen für die Stadtentwicklung frei werden lassen, allerdings in geringerem Umfang als bei einer Komplett-Verlagerung des Bahnhofs aufs Festland. Reisende, die aus dem Umland am Bodensee oder aus dem Allgäu zum Eurocity wollen, müssen dafür künftig wohl zwei Mal umsteigen (Lindau-Insel und Lindau-Reutin); die Anschlüsse sollen aber aufeinander abgestimmt werden.

Der Bau eines Fernbahnhofs in Lindau-Reutin ist Teil des Ausbauprojekts München-Lindau für den Verkehr Richtung Zürich und Gotthard. Die angestrebte Fahrzeit von dreieinhalb Stunden zwischen den beiden Metropolen München und Zürich nach Fertigstellung der Elektrifizierung (2017) wäre mit einem Kopfbahnhof auf der Insel nicht zu erreichen gewesen.

Hier finden Sie die Pressemitteilung des Bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums.

Quelle: IHK Schwaben, Bayerisches Wirtschafts- und Verkehrsministerium

Foto: DB

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