10.01.2011: Prognose 2025 für Bayern: Personenverkehr wächst um 20 Prozent, Güterverkehr um 50 Prozent

Bayern will angesichts eines deutlich überdurchschnittlichen Verkehrswachstums in den nächsten 15 Jahren auf einen bedarfsgerechten Ausbau der Verkehrs-infrastruktur setzen. Dies kündigte die Bayerische Staatskanzlei in der Pressemitteilung zu der an diesem Montag (10.01.2011) in der Kabinettssitzung vorgelegten Prognose für die Verkehrsentwicklung bis 2025 für den Freistaat an.

 

Verkehrsminister Martin Zeil erklärte: „Für die Arbeitsplätze und den Wohlstand von morgen ist ein bedarfsgerechter Ausbau der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar. Denn die überaus positiven Wachstumsperspektiven für Bayern gehen Hand in Hand mit einem stark steigenden Bedarf nach Mobilität.“

 

Die Entwicklung im Einzelnen im Personenverkehr:

 

·         Pkw: Im Prognosezeitraum wird die Gesamtverkehrsleistung, gemessen in Personenkilometern, im Personenverkehr voraussichtlich um mehr als ein Fünftel zunehmen, im motorisierten Verkehr sogar noch etwas stärker. Damit liegt Bayern rund vier Prozentpunkte über der deutschlandweiten Entwicklung. Der Verkehrszuwachs lässt sich vor allem dadurch erklären, dass sich die Siedlungsstrukturen verändern und damit die Fahrtwege zunehmen werden.

·         Bahn: Deutlich mehr Menschen sollen bis 2025 aber auch die Bahn nutzen. Hier wird ein Anstieg der Verkehrsleistung von mehr als 50 Prozent erwartet. Die Bahn weitet damit ihren Anteil an der motorisierten Verkehrsleistung um zwei Prozentpunkte auf dann über zehn Prozent aus.

·         Flugverkehr: Mit Abstand am stärksten wird jedoch der Luftverkehr wachsen. Die Zahl der Fluggäste soll sich in Bayern fast verdoppeln. „Diese Prognose untermauert, dass es richtig ist, beim Flughafen München auf einen Ausbau der Infrastruktur zu setzen, um sicherzustellen, dass der Flughafen auch künftig attraktiv und im steigenden Wettbewerb mit ausländischen Flughäfen um die Drehkreuzfunktion wettbewerbsfähig bleibt. Das dürfen wir auch durch den vorübergehenden Verkehrseinbruch im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht in Frage stellen. Der Flughafen München geht davon aus, dass wir bereits im Jahr 2010 wieder die Fluggastzahlen von 2008 erreicht haben“, erklärte Zeil dazu.

 

Mit einem noch größeren Wachstum als im Personenverkehr wird im Güterverkehr gerechnet. Insgesamt steigt die Transportleistung hier um mehr als 50 Prozent. „Nicht nur der Personenverkehr liegt in Bayern deutlich über dem Bundes-durchschnitt, auch der Güterverkehr nimmt bei uns klar stärker zu als deutschlandweit. Und hier spielen ebenfalls die guten Wachstumsprognosen eine große Rolle. Dazu kommt, dass unsere Wirtschaft zunehmend international verflochten ist“, so Bayerns Verkehrsminister.

 

Die Daten zur Transportleistung im Güterverkehr:

 

·         Lkw: Auf der Straße wird ein Plus von über 55 Prozent erwartet. Damit baut die Straße ihre dominierende Stellung und ihren Anteil am gesamten Güterverkehr auf knapp 75 Prozent aus.

·         Bahn: Die Schiene wächst bis 2025 um fast 50 Prozent, wobei der kombinierte Verkehr deutlich stärker als der konventionelle Eisenbahnverkehr zunehmen wird.

·         Schiff: Auch bei der Binnenschifffahrt erwartet die Regierung einen Anstieg.

 

Gegenstand der Verkehrsprognose ist auch eine Einschätzung der CO2-Emissionen des Verkehrs in Bayern: Der weitaus überwiegende Teil (etwa 95 Prozent) der direkten CO2-Emissionen des Verkehrs entfällt auf den Straßenverkehr. Zeil: „Bis 2025 sinken die direkten CO2-Emissionen nur um 0,5 Prozent. Den zum Teil erheblichen Effizienzsteigerungen bei Fahrzeugtechnik und Verkehrsabwicklung steht der starke Anstieg des schweren Straßengüterverkehrs gegenüber.“

 

Zeil: „Verkehr darf nicht zum Engpass-Faktor werden“

 

Bayerns Verkehrsminister appelliert daher: „Wir stehen im Verkehrsbereich vor großen Herausforderungen. Dringend notwendige Infrastrukturprojekte müssen in den nächsten Jahren angepackt werden, sonst wird der Verkehr zum Engpassfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung. Hier ist vor allem der Bund gefordert, die notwendigen Mittel für Neu- und Ausbau zügig zur Verfügung zu stellen.“

 

Quelle: Pressemitteilung der Bayerischen Staatskanzlei vom 10.01.2011

Foto: Bilderbox

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